VolksschülerInnen erforschen Pflanzen und gewinnen so einen Einblick in
naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen

Das Projekt „Plant Science Garens“ startete im Oktober 2005. Die Website: „Pflanzenforscher unterwegs … in der Schule und im Botanischen Garten“ (www.plantscafe.net) und die Veröffentlichung des gleichnamigen Buches sowie der CD-Rom in den vier Projektsprachen (Bulgarisch , Deutsch, Englisch, Italienisch) im Dezember 2007 bilden den erfolgreich Abschluss.

Finanziert aus Budgetmittel des EU 6. Rahmenprogramms, Science and Society, haben sich 5 Partnerorganisationen aus verschiedenen Teilen Europas zusammengefunden, um einerseits gemeinsam die nun vorliegenden Unterrichtsmaterialien zu entwickeln und andererseits ein starkes Netzwerk zwischen LehrerInnen, VertreterInnen regionaler Schulbehörden, Botanischen Gärten und Universitäten aufzubauen. Dieses Netzwerk wird nun die nachhaltige Verwendung dieser innovativen Lehr- und Lernmaterialien vorantreiben und weiter gemeinsame Projekte initiieren.

„Plant Science Gardens“ wurde vom Institut für Botanik der Universität Innsbruck Österreich koordiniert. Projektpartner waren der Botanische Garten der Universität Sofia, Bulgarien, das Naturhistorische Museum in Trient , Italien, das Institute of Education der London University, England und die Royal Botanic Gardens Kew, England.

Ziele

VolksschülerInnen in ganz Europa und im speziellen in den Partnerländern können die Welt der Pflanzen mit Hilfe innovativer und spannender Lehr- und Lernmethoden selbst erforschen. Das Interesse junger Leute für Wissenschaften ganz allgemein, für Pflanzen im Speziellen sowie für wissenschaftliche Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten soll geweckt werden.

Ausgangssituation

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass sich VolksschullehrerInnen in ihrem naturkundlichen Unterricht lieber mit Themenbereichen aus der Tierwelt befassen und sich im Reich der Pflanzen weniger sicher fühlen. Gerade heute, wo sich ändernde Umweltbedingungen und der Rückgang der Artenvielfalt wichtige Themen des öffentlichen Interesses sind, ist es aber wichtig, dass junge Menschen die Rolle der Pflanzen im Ökosystem Erde verstehen, um an dieser Diskussion kritisch teilhaben zu können. Zu Beginn des Projektes wurden deshalb 120 LehrerInnen aus 60 verschieden Volksschulen in den vier Europäischen Ländern befragt, um herauszufinden, was Volksschulkinder derzeit schon alles über Pflanzen lernen, was der Grund sein könnte, warum pflanzenbezogene Themen weniger unterrichtet werden, was LehrerInnen benötigen würden, um botanische Themen aufzugreifen und wenn sie es tun, welche Themen sie besonders interessieren. Die befragten LehrerInnen äußerten den Wunsch, Materialien zur Hand zu haben, die sie unmittelbar im Unterricht einsetzen können. Die Unterlagen sollten leicht verständlich sein und kompakt zusammengefasste Hintergrundinformationen enthalten. Auch sollten sie die SchülerInnen für das Thema begeistern und zum Lernen motivieren.

Themenwahl

Die Bereiche Ökologie und Wachstum, Pflanzen in der Nahrung, Arterhaltung und Pflanzen in der Kunst und im täglichen Leben waren die Spitzenreiter der Themenhitliste und wurden in weiterer Folge in den jeweiligen Ländern ausgearbeitet (England: Pflanzen, die wir essen; Bulgarien: Pflanzen kreativ; Italien: Artenvielfalt; Österreich: Wie Pflanzen wachsen).

Evaluation

Um sicher zu stellen, dass sich die Materialien auch im Unterricht bewähren, wurden sie in den jeweiligen Ländern mit LehrerInnen gemeinsam erarbeitet und getestet. Die LehrerInnen der Pilotklassen, DirektorInnen, Vertreter der Schulbehörden, Botanische Garten Pädagogen und Vertreter von LehrerInnenaus- und -weiterbildungsinstitutionen fanden sich in Nationalen Arbeitgruppe zusammen, um den Prozess der Materialentwicklung und -evaluation zu begleiten.

Innovative Lehr und Lernmethoden

Das Institute of Education der London University und die Botanischen Gärten brachten innovative und neue Unterrichtsmethoden ein, um forschend entwickelndes Lernen, kritisches Denken und wissenschaftliches Diskutieren im Unterricht zu verwirklichen. So wird schon den ganz jungen SchülerInnen die Möglichkeit geboten, als„richtige Wissenschaftler“ zu arbeiten.

Partnerschaften zwischen Schulen und Botanischen Gärten

Pflanzen sind leicht zu beschaffen, problemlos zu handhaben und deshalb ideale Organismen, um forschendes Lernen im Unterricht zu ermöglichen. Botanische Gärten sind ideale Partner, dieses Lernen zu unterstützen. Weltweit beherbergen diese Einrichtungen nicht nur erstaunliche Pflanzensammlungen, sondern auch eine Fülle von Informationen darüber, wie Pflanzen früher und heute verwendet wurden bzw. werden, in welchen Lebensräumen sie vorkommen und vieles mehr.

Um die vorliegenden Unterrichtsmaterialien optimal nutzen zu können, empfehlen wir Ihnen deshalb, die Zusammenarbeit mit einem Botanischen Garten in ihrer Region zu suchen.

Zur Website

Auf dieser Website sind mehr als 40 Unterrichtsmodule zu finden. Die Module können teilweise in der Schule und teilweise im botanischen Garten eingesetzt werden. In der Rubrik „Downloads“ sind Informationen zu Zeit, benötigtem Material und Anleitungen zur Durchführung des Unterrichts zu finden. Das soll „Neueinsteigern“ in den forschend-entwickelnden Unterricht helfen , die entsprechende Lernumgebung zu schaffen. Hintergrundwissen und weiterführende Literatur runden das Angebot ab. Die „Mediengalerie“ enthält zusätzliche Unterrichtsmaterialien, Lernspielunterlagen, Bilder, Power Point Präsentationen und Filme. In der Rubrik „Info“ sind pädagogisch-didaktische Grundlagen, Anleitungen zur Durchführung von Aus- und Fortbildungsveranstaltungen und wissenschaftliche Forschungs- und Evaluationsergebnisse angeführt.

Wenn Sie weitere Informationen benötigen oder mit den Projektpartner in den einzelnen Ländern Kotakt aufnehmen wollen, wenden Sie sich bitte an die hier angegebenen Kontaktpersonen.

Wir danken Ihnen herzlich für Ihr Interesse!

Dr. Suzanne Kapelari, Projekt-Koordinatorin

Kontakt

Universität Innsbruck, Institut für Botanik, AUT: Dr S.Kapelari, suzanne.kapelari@uibk.ac.at

Royal Botanic Gardens, Kew , UK: Gail Bromley e Catherine Welsby, g.bromley@kew.org; c.welsby@kew.org

Museo Tridentino di Scienze Naturali Trento, I: Costantino Bonomi, bonomi@mtsn.tn.it; comunica@mtsn.tn.it

University of Sofia, Botanic Gardens, BU: Vera Grancharova, vera_grancharova@yahoo.com